Ich habe mich schon oft gefragt, warum wohl das starke Umweltbewusstsein der 70er und 80er Jahren so schnell wieder schwand. Ich erklärte mir dieses Phänomen immer mit dem Erstarken des Individualisums und Egoismus der Menschen und den Mitteln welche dazu führten. Ich macht mir jedoch nur wenige Gedanken, was wohl diese Mittel oder die Veranlassung zu diesem Vorgang waren. Capra scheint nun eine möglche Erklärung dafür zu geben. Es sei das Aufkommen des Internets in den 90er Jahren, welches eine IT-Revolution veranlasste. Die Begeisterung für alles Techologische und Elektronische führten zu einem neuen Materialismus. Es leuchtet ein, dass die Vielfalt an technologischen Mitteln und dessen die daraus resultierende Erleichterung des Lebens zu einem erhöhten Konsum verlockten. Dies alles steigerte stellte ökonomische Interessen in den Hintergrund und steigerte das Konsumverhalten, welches wiederum die Wirtschaft (einseitig) ankurbelte. Zahlreiche Menschen, u.a. Capra, sagten einen Zusammenbruch "dieses Wirtschaftssystem, dieser Ökonomie ohne Ethik, ohne soziale und ökologische Dimensionen, in dem nur die Geldvermehrung zählt", voraus.
Hier scheint er nun zu sein, dieser Zusammebruch. Aber welche Schlüsse ziehen wir nun daraus. Lehrt er uns nachhaltiger zu denken? Die Verlockung des schnellen Erfolgs und Geldes bleibt doch nach wie vor hoch. Capra setzt aber auf den Verstand des Menschen. Wir Menschen sollen anhand von ökologischem Denke erkennen, dass wahrer Wohlstand nicht auf einem Bankkonto oder Aktien beruht, sondern auf guter Luft oder gutem Trinkwasser und hoher Lebensqualität. Dazu gehört mehr Zeit, mehr Raum und mehr Zeit für menschliche Beziehungen. Dem stimme ich aus vollem Herzen zu. Und obwohl das mittlerweile die Mehrheit auch tun würde, glaube ich dass da immer noch ein kleines "aber" mitschwingt: Geld gehört zum Wohlstand dazu, und zwar jetzt und nicht erst in 10 oder 20 Jahren...
Trotzdem stimme ich mit Capra überein. Es tut sich etwas mit dem nachhaltigen Denken. Sonnenklar! Die Zeit der Veränderung ist wieder angebrochen. Yes, we can. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Denken nicht wieder von einem neuen Materialismus verdrängt wird.
Susanne Bühler
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