Bewusst wahrnehmen und achtsam sein ist überhaupt nicht einfach. Ich bin meistens viel gestresst und habe das Gefühl, dass ich schon lange aufgehört habe, wirklich bewusst zu handeln. Natürlich funktioniert es hie und da, aber viel zu wenig. In dieser Woche habe ich versucht, bewusster zu essen; das, was ich esse, wirklich zu geniessen und nicht einfach in mich hinein zu stopfen als Nahrungsaufnahme. Leider ist es mir nicht immer gelungen. Teilweise ist es mir erst mitten im Essen in den Sinn gekommen, dass ich doch eigentlich bewusster wahrnehmen wollte…
Um achtsamer zu werden, muss viel verändert werden. An mir selber habe ich gemerkt, dass man für eine Verhaltenänderung länger als eine Woche braucht. Diese Eigenschaft muss trainiert werden und kann nicht innerhalb einer Woche ausprobiert werden. Dennoch finde ich es grundsätzlich eine gute Sache, wenn wir achtsamer leben lernen. Es geht dabei nicht nur um uns, sondern ja auch um unsere Mitmenschen. Wie nehmen wir einander wahr und wie nehmen wir unser Gegenüber wahr? Mit einer anderen Einstellung können wir unsere Sozialkompetenzen verbessern und vielleicht merken wir ja dann selber, was dieses achtsam leben in uns auslöst.
Gerade schaue ich auf den Bodensee und ich versuche ihn achtsam wahrzunehmen. Ich sehe viele Dinge. Die sich immer verändernde Farbe des Wassers, kleine Wellen, Schiffe, das benachbarte Ufer usw… Was ich selber erkannt habe, ist, dass Achtsamkeit Zeit braucht
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Die Achtsamkeit beim Essen ist ein gutes Beispiel für die heutige, schnelllebige Gesellschaft. Fastfood-Restaurants haben Hochkonjunktur, Take-Aways sind am Mittag rappelvoll. Ich frage mich, wie bewusst diese Menschen ihre Mittagsmahlzeit wirklich essen. Essen sie, weil sie essen müssen oder weil sie gerade Lust auf eine gut gekochte Mahlzeit haben? Ich schätze es darum sehr, zwischendurch auch einmal in einem "richtigen" Restaurant etwas zu essen. Ein gutes Essen mit einem feinen Schluck Wein zum Beispiel füllt nicht einfach nur den Magen, sondern tut der Seele auch gut. Sich Zeit nehmen zum Essen finde ich etwas Wichtiges und Schönes... Keine Angst, in der Mensa esse ich nicht noch langsamer als jetzt schon:).
AntwortenLöschenDeine Gedanken kamen wir ziemlich bekannt vor. Auch ich versuchte diese Woche einmal besonders "achtsam" zu essen.
AntwortenLöschenDazu gehört auch, dass ich mir ein bisschen mehr Zeit als üblich dazu nahm. Dies ist aus meiner Sicht nämlich eine wichtige Voraussetzung, um das Essen auch wirklich geniessen zu können.
In der heutigen Zeit kommen wir hald schon sehr, sehr einfach an unser Essen. Im Notfall eine Fertigpizza in den Ofen und fertig ist das Mittagessen.
Jaja, das war bei Menschen aus früheren Generationen schon noch anders, welche noch auf die Jagd gehen mussten und die Pilze und Beeren im Wald selber suchten...
Ursina Landolt, LG06Cb
Ich finde es gut, dass du dir einen ganz konkreten Umsetzungsvorsatz vorgenommen hast, auch wenn er nicht jedes Mal gerade funktionierte. Für mich wäre diese Beispiel nicht so ideal gewesen, denn bei mir funktioniert essen sowieso nur, wenn ich genügend Zeit habe, sonst esse ich lieber gar nichts...
AntwortenLöschenAchtsam sein braucht vielleicht Zeit, aber diese Zeit ist wenigstens sinnvoll eingesetzt (im Gegensatz zu anderen Sachen, die viel Zeit benötigen... ;) Für mich stellen auch sich gegönnte Pausen (auch nur ganz kurze) solche Achtsamsein/achtsamleben-Momente dar...
Fadrina Denoth, LG06Cd