Mein heiss geliebter Rahm
Vor einigen Wochen habe ich im Schweizer Fernsehen einen Bericht über die Rahmherstellung der Firma Coop gesehen. Welchen Weg diese Rahmdose zurückgelegt hat werde ich nun in diesem kleinen Bericht erläutern. Glaubt mir, es wird euch umhauen.
Als erstes Beginnt man natürlich mit der Dose. Diese wird natürlich nicht in der Schweiz hergestellt. Man fährt also mit dem Rohmaterial (Blech) bis nach Holland, wo die Dosen in ihre richtige Form gebracht werden. Die ganze Verarbeitung samt Weg ist viel billiger als in der Schweiz. Doch damit nicht genug. Jede Dose hat natürlich eine Verschlusskappe. Als könnte man es Ahnen, dieser wird auch nicht in der Schweiz hergestellt. Man fahre nämlich von Holland direkt nach Italien, wo die Verschlusskappen produziert werden. Die Dosen, die in Holland gemacht wurden, werden nun mit der Verschlusskappe vereinigt. Doch was fehlt noch – natürlich, der Rahm. Als Land der Berge, des Käses, der Schokolade und der Milch könnte man meinen, die Milch würde in der Schweiz verarbeitet werden. Irrtum, da wir uns ja sowieso in Italien befinden, kann die Milch auch in Italien zu Rahm geschlagen werden. Aber es käme für uns natürlich nicht in Frage, eine andere Milch, als unsere Schweizer Milch zu verwenden. Also wird die ganze Milch von der Schweiz aus nach Italien gebracht, dort zu Rahm geschlagen, in die Dosen abgefüllt und wieder zurück in die Schweiz gefahren. Die Ironie des Ganzen, auf der Dose steht „Made in Switzerland“!
Ihr Leser und Leserinnen habt sicherlich gemerkt, dass ich sehr ironisch geschrieben habe. Ja schon ein wenig spöttisch. Als ich diesen Bericht gesehen habe, konnte ich es beinahe nicht glauben. Der einzige Grund, warum man solche Wege auf sich nimmt ist das liebe Geld. Trotz dieser grossen Distanzen ist die Herstellung immer noch günstiger, als wenn man es in der Schweiz produziert hätte. Solche Sachen sind einfach unglaublich. Man sieht an diesem Beispiel einmal mehr, wie Mächtig doch das Geld ist und dabei vergisst man offensichtlich unseren Planeten.
Petra Mauchle LG06d
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Hallo Petra
AntwortenLöschenIch stelle mir gerade vor, wie du fassungslos vor dem Fernseher sitzt während der Bericht läuft. Auch ich habe Mühe mit solchen Produktionsmethoden, aber leider überrascht es mich nicht mehr.
Ich habe einmal einen Bericht gesehen, wo man Shrimps von Holland nach Marokko transportiert hat, nur um sie dort von Hand schälen zu lassen. Dann ging es wieder zurück nach Holland, mit einem Kühllastwagen. Das einzig Positive was ich darin sehe, sind die geschaffenen Arbeitsplätze im Ausland. Auch wenn wir hier in der Schweiz nicht davon profitieren, ausser vielleicht durch billigere Einkaufspreise.