Sonntag, 1. März 2009

Kleidungsstücke

Mein besonderes Augenmerk habe ich auf ein ganz alltägliches Konsumgut gerichtet: unsere Kleidungsstücke. Den meisten von uns ist wohl kaum bewusst, wer alles einen Beitrag dazu leistet, damit wir eine neue Hose oder einen Pullover kaufen können – und dies erst noch für sehr wenig Geld.

Da ich meine eigenen Überlegungen auch abstützen kann habe ich im Internet nach entsprechenden Berichten gesucht und dadurch erfahren, dass für eine Jeans anscheinend 50'000 bis 100'000 Kilometer zurückgelegt werden. Zuerst wird in Ländern wie Kasachstan oder Indien die Baumwolle geerntet – oft sogar von Hand. Anschliessend wird diese in der Türkei zu Garn gesponnen, bevor sie in Asien mit Indigofarbe eingefärbt wird. Nach einem Umweg über Polen, wo die Stoffe gewoben werden, werden in Frankreich Knöpfe und Bügelhinweise befestigt. In den Philippinen werden die Stoffe dann genäht, bevor der Weg schlussendlich in unsere Verkaufsregale führt. Das Wort „Weltreise“ erscheint mir da sehr zutreffend.

Dies alles braucht es also für die Herstellung einer Jeans. Nicht zu vergessen sind da natürlich auch die Transportunternehmen, welche die Waren von einem Ort an den anderen bringen. Ach ja – diese Aufzählung liesse sich natürlich noch beliebig ausweiten. Zum Beispiel wären für die Herstellung von oben genannten Maschinen, z.B. Webmaschinen, ebenfalls wieder zahlreiche Arbeitsstunden nötig.
Auch beim Verkauf der Ware in der Schweiz sind wir auf viele Menschen angewiesen. Zum Beispiel auf die Verkäuferinnen und Verkäufer.

Wie aus diesen Ausführungen hervorgeht, sind viele Arbeitsschritte nötig, bis der Konsument sein Kleidungsstück schliesslich tragen kann. Ein Thema, welches mich in diesem Zusammenhang immer wieder beschäftigt ist der Verkauf von sehr billigen Waren. Ist es überhaupt möglich, dass da beispielsweise Arbeiter auf den Baumwollplantagen noch einen angemessenen Lohn verdienen? Ich bezweifle es....

Ich bin der Meinung, dass auch in der Primarschule gewisse Bereiche der Bildung für eine nachhaltige Zukunft gut durch das Thema „Kleidungsstücke“ behandelt werden könnten. Ich denke dabei auch an die Produktion von Bio-Baumwolle, für die heute immer öfters geworben wird. Beim Anbau dieser Bio-Baumwolle wird auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel verzichtet.

Ursina Landolt, LG06Cb

3 Kommentare:

  1. Hallo Ursina

    Wow, als ich deinen Artikel durchlas, dachte ich: "Wow, ich habe mir noch nie so richtig überlegt, was mit der Jeans alles zusammenhängt." Eigentlich ist es schon 'krass', wie weit die Jeans reist, bis wir sie an unserem eigenen Leib tragen. Wie du bezweifle ich auch, ob die Leute auf den Baumwollplantagen wirklich genug Lohn erhalten. Jedoch stellt sich nun auch die Frage: Ist es besser auf Jeans zu verzichten, weil die Arbeiter/innen auf den Plantagen nicht richtig besoldet werden oder sollen weiterhin Jeans konsumiert werden? Darauf habe ich keine definitve Antwort. Auf der einen Seite wäre es wahrscheinlich verheerend keine Jeans mehr zu kaufen, denn dann wären viele Leute auf den Plantagen arbeitslos und hätten überhaupt kein Geld mehr. Das ist also nicht die Lösung. Jedoch ist es auch ungerecht, wenn wir konsumieren und dafür die Arbeiter/innen schlecht bezahlt werden. Es ist ein Zwispalt, der meiner Meinung nach jede Person selber in sich trägt und entscheidet, was für einem selbst besser ist.

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  2. Hallo mein Bloggerkolleg!

    Deine Ausführungen über die Kleiderproduktion, konkret die Jeans, sind wirklich sehr eindrücklich und stimmen einem nachdenklich... Wir haben diese Thematik einmal in der Kantonsschule angeschaut. Nur schon die Baumwollproduktion ist oft eine ökologische und sozial Kathastrophe (Pestizideinsatz, Wasserverbrauch, Kinderarbeit). Beim Kleiderkonsum und der Produktion sollten wir wirklich mehr acht geben. Aber immerhin hat ja der engl. Umweltminister in dieser hinsicht schon mal was in die Wege geleitet (siehe letzter Blogg von mir ;)
    Und was Hakle anbelangt, da gebe ich dir vollkommen recht... ich werde meine Mama darauf aufmerksam machen. Da müsste ich auch nicht mehr zeitungslesenden Hundne und Schneeflocken nachstudieren... aber Umweltpapier ist sicher nich Aktion!

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  3. Hallo Ursina

    Es ist schon sehr erstaunlich, welche Wege ein Kleidungsstück geht, bis es hier ankommt. Weltreise ist ein guter Ausdruck dafür. In den meisten Geschäften steht auf dem Etikett des KLeidungsstückes jeweils nur das Herkunftsland. Mehr nicht. Wer kann mir aber sagen, ob das Kleidungsstück fair produziert wurde?

    Im Moment laufen ja auch grosse Diskussionen über fair produzierte Mode in der Modewelt. Kritische Stimmen werden laut, dass auch die grossen Modedesigner umsteigen sollten. Ich denke, gerade hier ist noch grosser Handlungsbedarf, gerade im Bereich der Bekleidungsbranche.

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