Sonntag, 1. März 2009

Papier ist alle!

Mein Drucker läuft gerade, als ich den neusten Auftrag für den nächsten Blogg lese. Auf einmal gibt der Drucker mir die Meldung: Papier ist alle. Schnell stelle ich Nachschub bereit, seufze einmal tief und denke mir, wie viel Papier ich doch andauernd für meine Ausbildung brauche… und schon habe ich mein Thema für diesen Blogg: Was braucht es alles, damit ich meinen Drucker mit neuem Papier füttern kann?

Die Grundlage von Papier ist der Rohstoff Holz. Irgendwo wachsen Bäume, die gefällt werden. Grosse Maschinen fahren auf, verbrauchen viel Benzin zerstören nebenher wohl auch viele kleinere Pflanzen. Unter umständen werden die Bäume in einem fernen Land abgeholzt. Danach mit Zug oder Lastwagen zu einem Hafen transportiert, wo sie auf ein Schiff verladen werden. Eventuell werden sie auf dem Landweg auch direkt in die Fabrik gebracht. Dafür sind viele Menschen beteiligt: Holzer, Chauffeure, Kapitäne. Unter Umständen sind auch einige Menschen indirekt von der Abholzung betroffen. (Eingriff in Ökosystem, Erosion, usw.). Zudem wird der Regenwald eventuell nicht genügend aufgeforstet, was die gründe Lunge schwächt und weiter verkleinert.
In der Fabrik muss das Holz so aufbereitet werden, dass es schlussendlich die Grundlage für die Papiergestellung bildet (zerkleinern, schnipseln usw.) zudem müssen weitere Zusatzstoffe, wie Bleichmittel, hergestellt werden. Die „Einzelteile“ des Papiers gelangen in die tatsächliche Papierfabrik, welche das Papier herstellt. Dabei kommt es zum Einsatz von Maschinen, die viel Strom verbrauchen (Stromherstellung), zudem wird viel Wasser verbraucht (Wasserverschmutzung) Das fertige Papier wird, über Zwischenlager, in weitere Fabriken oder Läden transportiert und schliesslich dort von den Konsumenten gekauft. Die damit ihre Drucker füttern, die nach Papiernachschub verlangen…

Ich denke mir, die Thematik Papier eignet sich sehr, um nachhaltiges Handeln (auch für Kinder) zu veranschaulichen. Papier ist in unserem Alltag omni-präsent: Klopapier, Zeitschriften, Bücher jeglicher Art, Zeitungen, Kartonschachteln, Nastücher, Schulhefte, Haushaltpapier, Briefe, Couverts usw. In der Schweiz werden ca. 70% des Papiers recycled, hier könnte sicher noch mehr herausgeschlagen werden. Meist wird sehr verschwenderisch damit umgegangen und an Nachhaltigkeit wird wohl viel zu selten gedacht.
Fazit: Obwohl ich den Kreislauf grundsätzlich kenne, denke ich viel zu wenig darüber nach, recycle nicht alles Papier, welches ich könnte und verwende zu selten Recyclingpapier…

1.3.09 Fadrina LG06Cd

6 Kommentare:

  1. Deine ausführlichen Beschreibungen des Weges vom Papier, bis wir es ausgearbeitet vor uns liegend haben, sind sehr anschaulich. Viel zu wenig denke ich über meinen Materialverbrauch nach. Als Lehrperson erachte ich es als wichtig den Kindern den bewussten Materialumgang zu vermitteln. Sie sollen sparsam mit dem Material umgehen. Wenn ich an den Kindergartenalltag denke, sehe ich Kinder die mit Karton und Papier Dinge konstruieren. Andere zeichnen häufig. Für die Entwicklung der Kinder sind diese Erfahrungen in vielfältiger Hinsicht sehr wichtig. Benötigen sie aber ein grosses Blatt Papier um ein paar Striche zu verewigen, wäre das eher verschwenderisch. So können wir als Lehrpersonen diese Thematik auch aufgreifen und den Kindern die Problematik bewusst machen. Ich denke diese langen Prozesse sind sich viele Menschen zu wenig bewusst. Es wäre schön, wenn wir diese Gedanken mehr mittragen und daher ökonomischer und sparsamer umgehen.
    Janine Raimann LG06Ea

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  2. Spannend, wie du den Herstellungsprozess beschrieben hast.
    Über den immensen Papierverbrauch habe ich mich auch schon einige Male geärgert.
    Wir sollten als Lehrpersonen mit einem guten Beispiel vorangehen und den Kindern demonstrieren, dass man auch mit wenig Papier auskommt. Oftmals werden Arbeitsblätter "en masse" kopiert, die es gar nicht unbedingt bräuchte. Anstatt Flipchartblätter zu beschriften, sollte man meiner Meinung nach öfters auf die gute alte Wandtafel zurückgreifen. Sie erfüllt den gleichen Zweck, ist aber viel umweltschonender.

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  3. Ist schon noch enorm was da alles dazugehört, gell. Und wenn du das ganze noch weiter spannst, dann gibt's noch viel mehr. Du hast das Benzin erwähnt, da kommt eine ganze Litanei dazu, bis das in der Maschine ist, dann die Maschinen selber, die sind mal entwickelt und gebaut worden, die schönen weissen Papierblätter sind am Schluss immer in schönen farbigen Verpackungen, d.h. es braucht Farbe die auf chemischer oder natürlicher Basis entsteht, wieder Maschinen und Menschen die das Papier bedrucken, etc. Auch den Laden muss mal jemand gebaut haben, und er wird geputzt, etc.
    Mir gefällt dein Beispiel, es ist aus dem Alltag gegriffen.

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  4. Liebe Fadrina,
    Dein Blogeintrag über den Weg des Papiers ist sehr spannend zu lesen... einen Grund mehr, möglichst oft Recyclingpapier zu verwenden. Ich finde es wichtig, auch den Schülerinnen und Schülern einen sparsamen Umgang mit dem Papier nahezulegen. Aus meiner Sicht sollte auch der Hakle-Boss einmal deinen Bericht zu Gesicht bekommen. Vielleicht würde er dann weniger Zeit und Geld in die Produktion von schneeweissem, mit Bärchen und Schneesternen bedrucktes Toilettenpapier investieren und stattdessen einen Schwerpunkt auf Recycling-Toilettenpapier setzen.

    Ursina Landolt, LG06Cb

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  5. Auch ich finde deinen Eintrag sehr interessant. Es stimmt, wir brauchen so viel Papier während unserer Ausbildung. Und nicht nur wir brauchen viel Papier, und damit auch Holz. Auch in der Privatwirtschaft wird sehr viel Papier verbraucht. Während den Praktika habe ich auch immer wieder gesehen, wie schnell die 500er Packungen Papier verschwunden waren.
    Obwohl Holz eigentlich eine erneuerbare Energiequelle ist, so ist es meiner Meinung nach sehr problematisch, wie unsorgfältig Papier heutzutage verschwendet wird. Ich überlege mir in Zukunft vermehrt, ob ich etwas wirklich auf Papier ausdrucken möchte oder muss.

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  6. Genau dieses Thema eigenet sich super für die Primarschule. Die Kinder arbeiten jeden Tag mit Papier und haben so den direkten Bezug dazu. Würde man den Kindern den Kreislauf des Papiers näher bringen, bin ich überzogen, dass sie das Papier mehr schätzen und nachhaltiger damit umgehen können. Die Lehrperson soll aber Vorbild dazu sein!

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