Mich, meine Mitmenschen, meine Umwelt, das Leben ganz achtsam wahrnehmen… eine ganze Woche lang, quasi als Hausaufgabe? Das tönt für mich ziemlich anstrengend und relativ sinnlos. Ich gehe grundsätzlich nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt…
So führe ich diese Woche keine Liste, sondern lasse jetzt meine Woche mental Revue-passieren und schreibe mal auf, an was für achtsame Momente ich mich gerade erinnern werde:
Ich habe mich riesig über die Abendsonne gefreut, die nun nach vier Monaten wieder ihr orange-rotes Licht durch das Fenster meines Zimmers schickt. Ich lag auf meinem Bett, die Sonne im Gesicht und habe mich sehr wohl gefühlt. Ich erinnere mich an den Wind, der diese Woche oft kräftig blies, der die Bäume zum Rauschen brachte, durch mein Haar wehte und hunderte von weissen Schaumkronen auf die Seeoberfläche zauberte. Dieser Anblick liess mich sogar einen ausgiebigen Spaziergang am Seeufer machen… Ich beobachtete Seevögel und hörte die vertrauten Geräusche des Hafens. Seit längerer Zeit prasselte wieder einmal der Regen zu dem Zeitpunkt auf das Dach, als ich am Abend im Bett lag. Ich liebe dieses Geräusch. Es beruhigt mich jedes Mal und lässt mich irgendwie Geborgenheit spüren. Ich erinnere ich an bestimmte Momente dieser Woche, die ich mit Menschen verbrachte, mit denen ich lachen konnte, bei denen ich mich richtig wohl fühlte. Ich erinnere mich weiter an Momente, in denen ich staunen konnte… Mir fällt auf, dass ich diese Woche sehr viele positive Sachen aufschreiben kann. Doch für mich bedeutet achtsam werden, achtsam leben, auch negatives wahr zu nehmen, keine Ignoranz zu zeigen, hinzuschauen und hinzuhören. Also ganz das Motto: Ich gehe grundsätzlich nicht mit geschlossenen Augen durch die Welt…
Fadrina Denoth. LG06Cd
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Was denkst du? Geht die Mehrheit wohl mit geschlossenen Augen durch ihren Alltag? Das habe ich mich während dem Lesen deines Textes gefragt. Ich weiss es nicht genau. Aber ich glaube, dass vielen Leuten Details, wie du sie genannt hast, entgehen. Sie nehmen den Wind, der durch die Haare weht und die vertrauten Geräusche am Hafen nicht bewusst wahr. Dabei sind es doch genau diese Momente, welche den Alltag bereichern. Somit bleibt der Alltag nicht langweilig und repetitiv, sondern abwechslungsreich und einzigartig. Ich wünsche mir, dass mehr Leute mit offenen Augen für das Kleine durch die Welt gehen.
AntwortenLöschenSusanne Bühler 06Cd