Mittwoch, 11. März 2009
Jeans,Rahm,Toilettenpapier &Co.
Liebe Studierende, wenn ich aus dem Fenster schaue, sieht es bei uns oben auf 1000m Höhe noch gar nicht nach Schneeglöggli aus... Gerne melde ich mich jetzt bei Ihnen. Mit Interesse habe ich Ihre vielfältigen und differenzierten Blog-Einträge gelesen. Es ist erstaunlich, welche Vielfalt an Beobachtungen und Erkenntnissen da zusammen kommt. Kompliment! So weiss ich fast gar nicht, wo ich einsetzen soll. Am ehesten beim Haussperling. Ich habe diesen Artikel ebenfalls gelesen und war berührt - galt der Spatz nicht als der Gewöhnlichste unter allen Singvögeln? Dass jetzt sogar er bedroht sein soll, ist im höchsten Mass alarmierend. Bei uns im Voralpengebiet beobachte ich, dass die Weideflächen immer intensiver genutzt werden - 4 bis 5 Grasschnitte wollen die Bauern pro Sommer einbringen. Dies hat einen Einfluss auf die Kleinstlebewesen, die eine wichtige Rolle spielen in der Nahrungsmittelkette auch für Vögel. Spannend fand ich die Blogs zum Thema 'energieeffizientes Mehrfamilienhaus' und 'Bauen mit Holz'. Dies, da ich selber in einem nach Minergiestandard zertifizierten Haus lebe, das mit einheimischen Holz gebaut wurde. Die Lebensqualität ist sehr hoch. Dass dies gewissermassen ein Luxus ist, den die meisten nicht haben, die in Mietwohnungen oder -häusern leben, ist mir sehr bewusst. Beim Bau unseres Hauses haben wir uns intensiv mit nachhaltiger, ökologischer Bauweise auseinandergesetzt. Seit unserem Hausbau vor 7 Jahren gibt es bereits wieder enorme Fortschritte, so dass es jetzt Minergie-P-Häuser gibt, die ohne zusätzliche Heizungsanlage auskommen, vorausgesetzt die Besonnung ist optimal. Wir heizen mit einer Pellets-Holzheizung und produzieren das warme Wasser über eine Sonnenkollektoranlage. Von einer Photovoltaik-oder Windstrom-Anlage träume ich noch. Auch mir geht es so, dass ich immer wieder Dinge entdecke, die zu optimieren sind. Manchmal gilt es einen Mittelweg zu wählen. Wichtig finde ich dabei die Bemerkung im Blog von Ursina Landolt, dass beim Eintausch eines Gerätes zu bedenken ist, dass auch die Produktion eines neuen Energie benötigt. Man spricht dabei von der sogenannten 'grauen' Energie. Diese wird oftmals nicht berücksichtig. Unvorstellbar, wie viel davon z.B. in den weitgereisten Jeans und dem Rahm 'Made in Switzerland' steckt! Würde man diese auch noch berücksichtigen, sähe der Footprint eines jeden, einer jeden noch ganz anders aus. Nachhaltig sind bei mir auch die Blogs zum Toilettenpapier und zum Papier überhaupt. Ich denke auch, dass sich diese Themen sehr gut für BNE eignen. Ich erinnere mich noch an die Zeit, als der Computer sich immer stärker ausbreitete. Ein Argument dafür war unter anderem ein ökologisches, nämlich: Es könnte massiv an Papier eingespart werden in den Büros. Dass dies nicht der Fall ist, im Gegenteil, ist mittlerweile bewiesen. So wurde z.B. im Jahr 2006 mit 252,7kg pro Person in Deutschland so viel Papier verbraucht wie nie zuvor. Ich bemühe mich, so wenig wie möglich auszudrucken. Ihre Einträge zum Thema 'Achtsamkeit' bringen mich auf die Idee, dass dies wohl eine Schlüsselkompetenz für einen neuen nachhaltigen Lebensstil sein müsste. Es stimmt mich traurig zu lesen, dass der Stress zu gross ist um wirklich bewusst zu handeln. Mir geht es ja oftmals nicht anders. Und es ist gar nicht so einfach, dem etwas entgegenzusetzen und sich nicht einfach treiben zu lassen. Vielleicht ist diese Übung ja der Anfang einer kleinen Veränderung - das wünsche ich uns allen, nicht nur wegen der nachhaltigen Zukunft, sondern auch wegen der Lebensqualität. So wünsche ich Ihnen bis zum nächsten Mal viele achtsame, nachhaltige Augenblicke. Herzliche Grüsse, Barbara Stehle alias mikesch
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