Letztes Wochenende verbrachte ich zwei Tage in Colmar. Eine bezaubernde Stadt im Elsass mit vielen Riegelbauten und gutem Essen. Ich wanderte durch die Strassen und bestaunte die Häuser. Ich schaute mir alles ganz genau an und es schien mir, als wollten meine Augen alles bis ins kleinste Detail wahrnehmen und registrieren. „Schau mal hier und schau mal da…“ Dieses Verhalten legen einzig Touristen an den Tag. Da alles zum ersten Mal gesehen wird, erscheint einem die Umgebung neu, interessant und speziell. Wie ist es, wenn ich meine alltägliche Umgebung mit den Augen eines Touristen versuche zu beobachten? Dies ist etwa das Verhalten, welches der Postich-Zettel „Achtsam wahrnehmen, achtsam leben“ hervorruft. Die Umwelt wird bewusster und mit mehr Interesse und Neugier wahrgenommen. Möbel im eigenen Haus sehen plötzlich fremd und doch eigentlich ganz schön und nicht nur „normal“ aus. Das unterste Haus an der Strasse hat auf einmal weisse Spitzenvorhänge mit einem Elefantenmuster in den Fenstern hängen. Die Frau an der Bushaltelle, welche ich jeden Tag am Morgen begrüsse, hat ein kleines Muttermal am linken Nasenflügel und an der Hecke sind bereits die Knospen zu sehen. Die Welt erscheint einem auf einmal neu. Und wie schön doch auch die Heimatstadt St.Gallen ist! Ich habe in der letzten Woche meine Umgebung bewusster wahrgenommen. Allerdings brauchte es immer wieder einen Anstoss. Zu schnell gewöhnt man sich an seine Umwelt und Mitmenschen. Ich denke es würde uns aber gut tun, immer wieder mal mit einem Touristenblick durch den Alltag zu wandern.
Susanne Bühler 06Cd
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Liebe Susanne,
AntwortenLöschenich finde es auch immer spannend, andere Touristen zu beobachten. Alles ist neu für sie. Vieles sehen sie mit ganz anderen Augen als Leute, die schon sehr lange an diesem Ort wohnen. Vieles ist natürlich auch fremd...Ich fand es schön, dass du versucht hast, die Welt mit den Augen einer Touristin zu sehen. Wahr spannend zu lesen, was du alles wahrgenommen hast:-)!
Petra Mauchle LG06dC